Dortmund: Kovac fordert Entschuldigung nach Wortgefecht im Supercup

Hitziges Wortgefecht am Spielfeldrand
Beim Franz-Beckenbauer-Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern kam es am Spielfeldrand zu einem hitzigen Wortgefecht. BVB-Trainer Niko Kovac warf Bayerns Co-Trainer Aaron Danks nach der 1:2-Niederlage des BVB unangemessenes Verhalten vor und forderte eine Entschuldigung.
Kovac erklärte bei Sky, dass sein Englisch gut genug sei, um genau verstanden zu haben, was Danks ihm sagen wollte, und bezeichnete dessen Äusserungen als nicht in Ordnung. Er betonte, dass es an Danks liege, sich zu entschuldigen. Welche genauen Worte gefallen sein sollen, wollte Kovac nicht preisgeben. Er selbst habe lediglich gesagt: „Ein bisschen mehr Respekt.“
Während der Szene in der Anfangsphase der Partie hatte Kovac dem Bayern-Coach mit einer unmissverständlichen Geste bedeutet, den Mund zu halten. Danks selbst war bei dem Wortgefecht im TV nicht zu sehen. Bayerns Cheftrainer Vincent Kompany war in den Vorfall nicht involviert, da er zum Zeitpunkt des Geschehens Anweisungen an seine Spieler gab.
Sportliche Analyse und Spielerleistungen
Sportlich ging der Klassiker an die Münchner. Der FC Bayern gewann die erste Trophäe der Saison durch Tore von Nathaniel Brown und Michael Olise. Für Dortmund konnte Fábio Silva in der zweiten Halbzeit verkürzen. Trotz der Niederlage zeigte sich Kovac nach der Partie selbstkritisch und analysierte das Spielgeschehen.
Kovac beschrieb das Spiel als intensiv mit Chancen auf beiden Seiten. Er merkte an, dass seine Mannschaft ordentlich ins Spiel gekommen sei, aber dann durch einige Fehler die Bayern sehr stark werden liess. Besonders ärgerlich für den BVB-Coach war der Zeitpunkt des zweiten Gegentreffers, der kurz vor der Pause fiel. Er kritisierte, dass man aus einem Einwurf nicht in einen Konter laufen dürfe, da man so mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeit geht und die Spieler danach wieder aufbauen muss.
Trotz der Niederlage zeigte sich Kovac nicht gänzlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Er lobte die millionenschweren Neuzugänge, die Lust auf mehr machten. Spieler wie Konstantinos Karetsas und Joane Gadou standen in der Startelf, während Giannis Konstantelias und Joey Veerman als Einwechselspieler zum Einsatz kamen.
Kovac hob hervor, dass alle vier Neuzugänge gezeigt hätten, warum sie verpflichtet wurden. Er lobte Karetsas für seinen Spielwitz und seinen linken Fuss sowie Konstantelias für seine gute Leistung und die Vorbereitung eines Tores, die er als „hohe Schule“ bezeichnete. Der 19-jährige Gadou überzeugte auf der rechten Abwehrseite, und der Niederländer Veerman zog nach seiner Einwechslung für Felix Nmecha gekonnt die Fäden im Mittelfeld.

Ausblick auf den Ligastart und drohende Sperre
In der zweiten Halbzeit des Supercups zeigte sich der BVB verbessert. Kovac betonte, dass sich das Team besser gewehrt und die Bayern viel mehr gefordert habe, womit er zufrieden war. Er fügte hinzu, dass die Mannschaft daran arbeite, sich weiter zu verbessern. Der BVB startet am kommenden Wochenende gegen den HSV in die Bundesliga und empfängt den Gegner am Samstag um 18.30 Uhr.
Eine potenzielle Konsequenz aus dem Supercup-Spiel ist die drohende Sperre für Abwehrspieler Ramy Bensebaini. Nach seiner Roten Karte im Supercup droht ihm eine Sperre, die sich jedoch „nur“ auf den DFB-Pokal auswirken würde. Eine Sanktion für die Bundesliga muss der Algerier, der in der 90. Minute für eine überharte Grätsche gegen Bayern-Zugang Ismael Saibari bestraft wurde, nicht befürchten.
Über die Sperre wird das Sportgericht des DFB entscheiden. Die Regelung besagt, dass sich Supercup-Strafen auf den DFB-Pokal auswirken, wie es zuletzt 2024 auch bei Martin Terrier und Victor Boniface von Bayer Leverkusen der Fall war. Der BVB wird sein Pokal-Erstrundenspiel aufgrund seiner Teilnahme am Supercup erst am 1. September beim Hamburger Oberligisten HEBC Hamburg im Volksparkstadion des HSV austragen.
Source: sport1.de