Birmingham: Krause holt Gold, Gürth Bronze, Meyer stürzt im Hindernislauf

„Bin trotzdem die Beste Europas“: Gestürzter Lauf-Star motzt gegen GOLD-Gesa

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham hat Gesa Krause Gold über 3.000 Meter Hindernis gewonnen. Dies markiert ihren dritten EM-Triumph in dieser Disziplin. Olivia Gürth sicherte sich die Bronzemedaille, während Lea Meyer nach einem Sturz Vierte wurde.

Gesa Krause, die für Silvesterlauf Trier startet, erreichte das Ziel in 9:12,69 Minuten. Nach 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin ist dies ihr drittes EM-Gold. Krause äusserte sich stolz über ihre Leistung und die lange Zeit zwischen den Meisterschaften, die von Höhen und Tiefen geprägt war. Sie betonte, wie besonders es sei, nach so vielen Jahren noch immer dabei zu sein und Gold zu gewinnen.

Olivia Gürth, ebenfalls vom Silvesterlauf Trier, erzielte mit 9:15,33 Minuten eine Saisonbestleistung und gewann ihre erste grosse Medaille. Für die 24-Jährige ist diese Bronzemedaille ein Höhepunkt ihrer Karriere. Sie erinnerte sich daran, wie sie Krauses Rennen 2018 von der Tribüne aus verfolgt hatte und nun gemeinsam mit ihr eine Medaille gewinnen konnte. Die Silbermedaille ging an die Titelverteidigerin Alice Finot aus Frankreich, die eine Zeit von 9:14,24 Minuten erreichte.

Dramatischer Sturz von Lea Meyer

Das Finale verlief für Lea Meyer dramatisch. Sie führte das Rennen über weite Strecken an und bestimmte das Tempo. Ihr Plan war es, ein schnelles Rennen zu erzwingen, um ihre Chancen gegenüber einer Schlussspurt-Entscheidung zu verbessern. Bis zur letzten Runde am Wassergraben lag sie auf Medaillenkurs, stürzte jedoch und wurde schliesslich Vierte mit einer Zeit von 9:17,07 Minuten. Ein ähnliches Missgeschick war ihr bereits bei der WM 2022 im Vorlauf passiert.

Nach dem Rennen zeigte sich Meyer frustriert und warf ihre Startnummer auf die Bahn. In einem Interview äusserte sie ihren Ärger über den Sturz und ihre Überzeugung, die beste Hindernisläuferin Europas zu sein. Sie betonte, dass sie die Medaille verdient hätte und der Sturz „dämlich“ gewesen sei. Meyer kritisierte auch die Taktik von Gesa Krause, die im Windschatten gelaufen sei, um Kräfte für den Endspurt zu sparen.

Krause reagierte auf die Kritik mit Bedauern über Meyers Sturz und erklärte, dass sie selbst in solchen Situationen gewesen sei. Sie fügte hinzu, dass die Entscheidung, die Führungsarbeit zu übernehmen, eine persönliche sei und sie selbst lieber auf der letzten Runde Gas gebe, besonders bei Meisterschaften. Krause betonte, dass sie nicht glaube, dass der Sturz ihre Schuld oder die Schuld einer anderen Person sei.

Meyers kämpferische Ansage

Trotz ihres Sturzes zeigte sich Lea Meyer kämpferisch. Sie bekräftigte, dass sie sich selbst für die beste Hindernisläuferin Europas halte und überzeugt sei, bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles als deutsche Rekordhalterin vorne mitzulaufen. Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 9:09,13 Minuten, während der deutsche Rekord von Gesa Krause aus dem Jahr 2019 bei 9:03,30 Minuten liegt.

Meyer räumte ein, dass Krauses starker Endspurt bekannt sei und sie immer an der gleichen Stelle komme. Sie bezeichnete Krause als eine der besten Meisterschaftsläuferinnen, die es gebe und die eigentlich nicht zu schlagen sei. Die 3.000 Meter Hindernis sind seit Jahren eine deutsche Domäne auf europäischer Ebene. Bereits 2012 in Helsinki gab es zwei Medaillen für Deutschland, wobei Krause damals Bronze gewann. Antje Möldner-Schmidt holte zwei Jahre später den ersten EM-Titel einer deutschen Läuferin in dieser Disziplin, die erst seit 2006 Teil der Europameisterschaften ist.

Krause, die seit dem Frühjahr 2023 Mutter ist, äusserte sich nach ihrem Titelgewinn dankbar und betonte, dass sie niemandem mehr etwas beweisen müsse. Sie geniesse den Sport und es sei ihr Leben. Das Gold nach acht Jahren sei wunderschön, und sie freue sich, die Hymne noch einmal hören zu dürfen, vielleicht zum letzten Mal.

Source: bild.de

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.