Lausanne: YB gibt 2:0-Führung nach Fernandes-Rot in Unterzahl aus der Hand

Spannende zweite Halbzeit in Lausanne
Die Young Boys haben in der dritten Runde der Super League in Lausanne ein 2:2-Unentschieden erreicht, nachdem sie eine 2:0-Führung aus der Hand gaben. Das Spiel nahm eine entscheidende Wendung, als Edimilson Fernandes in der 58. Minute eine rote Karte erhielt und die Berner fortan in Unterzahl agieren mussten.
Die Partie, die in der ersten Halbzeit von beiden Seiten eher verhalten geführt wurde, entwickelte sich nach der Pause zu einem Spektakel. Kurz nach Wiederanpfiff brachte Cédric Zesiger die Young Boys in Führung. Sein Kopfballtor in der 48. Minute nach einem Eckball war sein erstes seit seiner Rückkehr nach Bern.
Nur zehn Minuten später musste Fernandes das Feld verlassen, was die Berner vor eine Herausforderung stellte. Trotz der Unterzahl gelang es den Young Boys, ihre Führung auszubauen. Dominik Pech schloss in der 75. Minute einen Konter erfolgreich ab und erhöhte auf 2:0, was die Hoffnung auf einen Sieg nährte.
Lausanne kämpft sich zurück
Die Freude über die Zwei-Tore-Führung währte jedoch nicht lange. Nur zwei Minuten nach dem 2:0 gelang Florent Mollet in der 77. Minute der Anschlusstreffer für die Waadtländer. Dieser Treffer belebte die Hoffnungen von Lausanne, die fortan auf den Ausgleich drängten.
Die Schlussphase des Spiels war von intensiven Bemühungen der Heimmannschaft geprägt. In der 89. Minute erzielte der eingewechselte Nathan Butler-Oyedeji mit einem Schlenzer in die obere rechte Ecke den Ausgleich zum 2:2. Dieses Tor wurde als potenzieller Anwärter für das Tor des Jahres bezeichnet und sicherte Lausanne einen Punkt.
Die Young Boys hatten zuvor in dieser Saison mit zehn Toren in zwei Spielen einen starken Start hingelegt, was in der Geschichte der Super League eine Bestmarke darstellt. Die 16 Torschüsse des Meisters waren ebenfalls ein Rekord. Stürmer Samuel Essende hatte in den letzten vier Ligaspielen saisonübergreifend acht Tore erzielt.
Trotz dieser beeindruckenden Statistiken konnten die Young Boys die Führung nicht halten. Torhüter Marvin Keller musste in den letzten Minuten des Spiels noch einen wichtigen Save gegen Omar Janneh machen, um eine Niederlage abzuwenden, wobei er sich eine blutende Nase zuzog. Er beschrieb den Moment als schmerzhaft, aber notwendig, um den Ball abzuwehren.
Reaktionen und Ausblick
Die Spieler der Young Boys zeigten sich nach dem Spiel enttäuscht über das Ergebnis. Es wurde betont, dass die rote Karte das Spiel verändert habe, und dass man trotz Unterzahl das Spiel über weite Strecken kontrolliert habe. Die Mannschaft habe Solidarität gezeigt und wenig zugelassen, aber es fehle noch an Cleverness, um solche Spiele zu Ende zu bringen.
Die erste Halbzeit war für die Young Boys schwierig, insbesondere im Ballbesitz, da sie wenig Tempo und Lösungen fanden. Lausanne hatte sein System umgestellt, was die Berner bemerkten. In der zweiten Halbzeit reagierte das Team besser und zeigte in Unterzahl Mentalität. Trotz des frustrierenden 2:2-Ausgleichs durch einen „Sonntagsschuss“ wurden auch gute Punkte in der Leistung gesehen.
Am kommenden Wochenende steht die erste Runde des Schweizer Cups an. Lausanne trifft am Freitag auf den FC Kosova Neuchâtel aus der 2. Liga, während die Young Boys am Samstag gegen den FC Liestal, ebenfalls aus der 2. Liga inter., antreten.
Die Partie der Young Boys gegen FC Liestal wird ab 16:00 Uhr live übertragen.

Source: srf.ch