Zagreb: Noe Seifert verpasst EM-Mehrkampf-Podest knapp, Schweizer Team im Final

Der Schweizer Kunstturner Noe Seifert hat bei den Europameisterschaften in Zagreb im Mehrkampf den vierten Platz erreicht und damit eine Medaille knapp verpasst. Ihm fehlten 0,701 Punkte zum drittplatzierten Turner. Trotzdem gelang Seifert ein bemerkenswertes Ergebnis als Allrounder, da seit 1957 kein Schweizer mehr so gut bei europäischen Meisterschaften klassiert war. Das Schweizer Männerteam, zu dem Seifert gehört, hat sich zudem für den Teamwettkampffinal qualifiziert.
An der Spitze des Mehrkampfs war es äusserst eng. Der für Kroatien startende Illia Kovtun setzte sich um einen Tausendstelpunkt gegen Arsenii Dukhno durch.
Herausforderungen und Wartezeiten im Wettkampf
Die Bedingungen für die Athleten am Mittwochabend in Zagreb waren nicht einfach. Vor dem Start der Übungen kam es zu langen Wartezeiten. Seifert beschrieb im Interview, dass dies besonders am Reck mühsam sei, da man das Reckleder anziehe und dann das Gefühl habe, die Hand sterbe ab, bevor man es wieder lösen müsse. Am Barren hingegen seien längere Wartezeiten vorteilhaft, um die Griffe vorzubereiten. Diese Wartezeiten gehören laut dem 27-Jährigen jedoch zum Wettkampf dazu.
Die Schweizer Elite absolvierte am Montagabend ihr Podiumstraining, um sich mit der Wettkampfarena und den Gegebenheiten vertraut zu machen. Dabei wurden die Geräte getestet und wichtige Erkenntnisse hinsichtlich Licht, Raum und Atmosphäre gesammelt. Dieses Training ist ein wichtiger Bestandteil der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, um den Athleten Sicherheit für den ersten Ernstkampf zu geben.
Schweizer Team mit Medaillenhoffnungen
Das Schweizer Männerteam geht mit grossem Selbstvertrauen in die Europameisterschaften, nachdem es bei der vergangenen EM in Leipzig mit einer Silbermedaille im Teamwettkampf einen Erfolg verbuchen konnte. In Zagreb möchte die Equipe an diese Leistung anknüpfen. Das Team besteht aus Florian Langenegger, Noe Seifert, Matteo Giubellini, Mattia Piffaretti und Dominic Tamsel. Sie gehören zu den Anwärtern auf einen Platz im Teamfinal der besten acht Nationen.

Florian Langenegger erreichte im Mehrkampf den zehnten Platz. Die Qualifikation des Teams auf Rang zwei lässt auf einen ähnlichen Medaillencoup wie in Deutschland hoffen. Zudem ist das WM-Ticket für 2026 in Rotterdam bereits gesichert. Insgesamt nehmen 187 Elite-Turner und 148 Junioren aus 40 Nationen an den Wettkämpfen teil, die vom 19. bis 23. August stattfinden.
Gerätefinals und Einzelathleten
Die Schweiz ist in zwei von insgesamt sechs Gerätefinals vertreten: Noe Seifert am Reck und Luca Murabito am Boden. Murabito, der als Einzelathlet in Zagreb dabei ist, profitierte davon, dass er als Neunter in die Top 8 nachrückte. Dies ist möglich, da nur zwei Kunstturner derselben Nation an der Medaillenentscheidung teilnehmen dürfen. Der russische Turner Marinov, der eigentlich Siebter am Boden war, durfte daher nicht antreten. Seifert sicherte sich seinen Platz im Reck-Final als Qualifikations-Achter.

Die Wettkämpfe der Männer und Junioren U18 finden vom 19. bis 23. August statt. Die Qualifikation der Schweizer Elite begann am Mittwoch, 19. August, in der Subdivision 3 von 17.45 bis 21.30 Uhr. Die Medaillenentscheidungen für die Mehrkämpfer fielen bereits an diesem Tag.
Source: blick.ch