Norwegen fordert Infantinos sofortigen Rücktritt als Fifa-Präsident

Norweger fordern Infantino zum Rücktritt auf - blick.ch

Norwegischer Verband fordert Rücktritt

Der norwegische Fussballverband hat als erste Nation den sofortigen Rücktritt von Fifa-Präsident Gianni Infantino gefordert. Diese Entscheidung wurde nach einem Treffen am Donnerstagabend bekannt gegeben. Die Präsidentin des Verbandes, Lise Klaveness, erklärte, dass kein Vertrauen in Infantino bestehe und man über Jahre hinweg besorgt gewesen sei.

Klaveness, die dem norwegischen Verband seit 2022 vorsteht, betonte, dass es für Infantino keinen Weg zurück gebe. Sie beschrieb die weltweite Zusammenarbeit als polarisiert und chaotisch. Der Verband plant, einen Brief an Infantino zu senden, in dem er zum unverzüglichen Rücktritt aufgefordert wird, um der globalen Fussballgemeinschaft eine Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Kritik und Beschwerden

Bereits bei der Präsidentenwahl 2023 hatte Norwegen nicht für Infantino gestimmt. Klaveness, die als Kritikerin der Fifa gilt, erklärte, dass man gehofft habe, Infantino irgendwann unterstützen zu können, da man sich gewünscht habe, dass er die Reformen umsetzt, an denen er mitgewirkt hatte. Da dies nicht geschehen sei, fordere man nun seinen Rücktritt.

Zusätzlich zu der Rücktrittsforderung wird der norwegische Verband drei Beschwerden bei der Ethikkommission des Weltverbandes einreichen. Diese Beschwerden betreffen den gescheiterten Plan der «Fifa Forward Enterprise» (FFE), den Fall Balogun während der WM und den Friedenspreis, den die Fifa an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump übergeben hatte.

Wie geht der Zoff weiter? Die Uefa beharrt auf ihrem Standpunkt, die Fifa duldet «keine Angriffe».
Wie geht der Zoff weiter? Die Uefa beharrt auf ihrem Standpunkt, die Fifa duldet «keine Angriffe».IMAGO/ZUMA Press Wire Credit: 20min.ch

Uefa beharrt auf Boykott, Infantino erhält Unterstützung

Die Uefa hält trotz einer Entschuldigung von Infantino an ihrem WM-Boykott und dem Vertrauensverlust gegenüber dem Fifa-Präsidenten fest. Die Uefa fordert, dass Infantino garantieren muss, den Verkauf grosser Wettbewerbe nicht erneut anzustreben. Laut Uefa sind die Bedingungen für eine Rückkehr zu Fifa-Wettbewerben noch nicht erfüllt.

Infantino selbst denkt nicht an einen Rücktritt und plant, sich 2027 für eine weitere Amtszeit bis 2031 zur Wahl zu stellen. Er erhält weiterhin Unterstützung von nationalen Verbänden, insbesondere vom afrikanischen Fussballverband CAF. Das CAF-Exekutivkomitee bekräftigte einstimmig seine Unterstützung für Infantino und dankte ihm für seine Unterstützung des afrikanischen Fussballs.

Die Uefa hingegen betont, dass die Unterstützung aus der Fifa-Führung, die von Mitarbeitern Infantinos stamme, nichts an ihrer Haltung ändere. Europäische Verbände wie Wales und Serbien haben sich bereits von Infantino distanziert.

Uefa-Präsident Aleksander Čeferin und Fifa-Boss Gianni Infantino, 2024 in Berlin: Vertrauen verloren
Uefa-Präsident Aleksander Čeferin und Fifa-Boss Gianni Infantino, 2024 in Berlin: Vertrauen verlorenFoto: Kai Schwoerer / Schwörer Pressefoto / IMAGO Credit: spiegel.de

Der südamerikanische Verband Conmebol äusserte sich ebenfalls kritisch zu den Privatisierungsplänen. Die Fifa-Führung hatte nach einer Krisensitzung in Marokko «Fehler» eingeräumt und sich für das zurückgezogene Vorhaben entschuldigt, sprach Infantino aber gleichzeitig ihre «uneingeschränkte Unterstützung» aus. Infantino ist bisher der einzige erklärte Kandidat für die Wiederwahl im März 2027.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.