Birmingham: Petros und Vainio triumphieren im EM-Marathon

Petros sichert sich Gold bei den Männern
Der deutsche Läufer Amanal Petros erfüllte die Erwartungen und gewann die Goldmedaille im Marathon der Leichtathletik-EM in Birmingham. Petros, der bereits bei der WM in Tokio Silber gewonnen hatte, setzte sich auf der anspruchsvollen Strecke durch. Nach der Hälfte des Rennens nutzte der 31-Jährige eine Verpflegungsphase, um sich von seinen Verfolgern abzusetzen. Die Konkurrenz konnte auf seinen Antritt keine Antwort finden.
Petros absolvierte die Strecke in 2:09:11 Stunden. Sieben Sekunden nach ihm überquerte der Italiener Pietro Riva die Ziellinie und sicherte sich Silber. Bronze ging an den Israeli Gashau Ayale, der sich im Duell gegen Suldan Hassan aus Schweden durchsetzte.
Die Strecke in Birmingham war ein 8-Kilometer-Rundkurs mit vielen Steigungen und Kurven, der fünfmal gelaufen werden musste. Petros’ Vorbereitung in einem Höhentrainingslager in Kenia zahlte sich aus. Bei Kilometer 35 betrug sein Vorsprung vor der ersten Verfolgergruppe, zu der auch Richard Ringer und Samuel Fitwi gehörten, etwa 50 Sekunden.

In der Teamwertung der Männer belegte Deutschland den zweiten Platz. Israel sicherte sich den ersten Platz, während das französische Team den dritten Rang erreichte. Weitere deutsche Läufer, Samuel Fitwi und Richard Ringer, kamen auf den neunten beziehungsweise zehnten Platz in der Einzelwertung.
Vainio dominiert bei den Frauen
Bei den Frauen zeigte die Finnin Alisa Vainio eine dominante Leistung und sicherte sich die Goldmedaille. Die 28-Jährige führte das Feld über die gesamte Distanz an und lief ein einsames Rennen an der Spitze. Mit einer Zeit von 2:22:26 Stunden unterbot Vainio den bisherigen EM-Rekord der Französin Christelle Daunay aus dem Jahr 2014 um fast drei Minuten.
Die Ungarin Lili Anna Vindics-Toth gewann die Silbermedaille mit knapp fünf Minuten Rückstand auf Vainio. Bronze ging an die Britin Abbie Donnelly. Die hügelige und herausfordernde Strecke forderte auch bei den Frauen ihren Tribut; so musste die deutsche Läuferin Fabienne Königstein sieben Kilometer vor dem Ziel aufgeben.
Die beste deutsche Läuferin war Laura Hottenrott, die in 2:31:15 Stunden auf Rang 16 ins Ziel kam. Tabea Themann beendete den Marathon auf Rang 23, und Katharina Saathoff belegte Platz 32. In der Teamwertung der Frauen erreichten die deutschen Marathonläuferinnen den fünften Platz. Grossbritannien siegte vor Italien, Spanien und Ungarn.
Schweizer Athleten bleiben hinter Erwartungen
Aus Schweizer Sicht verlief der Wettkampf enttäuschend. Matthias Kyburz konnte zwar bis etwa zur Hälfte des Rennens in der Spitzengruppe mithalten, verlor aber nach dem Angriff von Petros den Anschluss an die Podestränge. Der Fricktaler überquerte die Ziellinie nach 2:11:42 Stunden als 17. Bei einem Marathon in Paris im April hatte Kyburz noch eine schnellere Zeit erzielt. Der zweite Schweizer im Männerfeld, Patrik Wägeli, klassierte sich auf Position 36.
Auch Fabienne Schlumpf erwischte keinen guten Tag und konnte nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Die Zürcherin erreichte das Ziel nach 2:32:11 Stunden als 19. und blieb fast acht Minuten über ihrer persönlichen Bestzeit. Als zweitbeste Schweizerin belegte Fabienne Vonlanthen Platz 26, gefolgt von Andrea Meier auf Platz 30 und Samira Schnüriger auf Platz 33.
Source: srf.ch