St. Gallen hadert nach Conference League-Aus mit Schiedsrichterentscheidungen

Unglücklicher Platzverweis und frühes Ausscheiden
Der FC St. Gallen hat sich nach einer 2:3-Niederlage im Rückspiel gegen Nordsjaelland aus den Conference League-Playoffs verabschiedet. Das Team konnte die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel nicht aufholen. Ein entscheidender Moment im Rückspiel war der Platzverweis gegen Mihailo Stevanovic in der 40. Minute. Stevanovic, der bereits verwarnt war, erhielt nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Orel Grinfeeld.
Trainer Enrico Maassen äusserte sich nach dem Spiel kritisch über die Entscheidung des Schiedsrichters. Er sprach von «fehlendem Fingerspitzengefühl» und dass Grinfeeld «einem tollen Spiel den Stecker gezogen» habe. Maassen räumte jedoch ein, dass der Platzverweis regeltechnisch korrekt gewesen sei, da es sich um eine Schwalbe handelte. Auch Mannschaftskapitän Lukas Görtler bezeichnete den Platzverweis als «maximal unglücklich», da der Schiedsrichter seiner Meinung nach zunächst nicht realisiert hatte, dass Stevanovic bereits eine Verwarnung erhalten hatte.
Die Partie war bis dahin ereignisreich. In der ersten Halbzeit fielen innerhalb von 30 Minuten vier Tore. Juho Lähteenmäki brachte Nordsjaelland in der 14. Minute in Führung. Görtler glich in der 21. Minute per Handpenalty aus. Anschliessend erhöhte Prince Amoako für Nordsjaelland, bevor Aliou Baldé in der 28. Minute den Ausgleich zum 2:2 erzielte. Nach dem Platzverweis agierten die St. Galler über 45 Minuten in Unterzahl. Boe Rasmussen erzielte in der 82. Minute den Siegtreffer für Nordsjaelland.
Finanzielle Auswirkungen und personelle Sorgen
Das Ausscheiden aus der Conference League hat auch finanzielle Konsequenzen für den FC St. Gallen. Der Einzug in die Ligaphase des Wettbewerbs hätte dem Verein über drei Millionen Franken eingebracht. Diese Einnahmen entfallen nun.
Neben dem sportlichen Rückschlag plagen den Verein auch personelle Sorgen. Stürmer Andrin Hunziker zog sich kurz vor der Pause eine Muskelverletzung zu und wird dem Team fehlen. Christian Witzig könnte Hunziker im nächsten Spiel ersetzen. Allerdings gibt es Berichte, dass AZ Alkmaar starkes Interesse an dem 25-Jährigen Witzig zeigt. Trainer Maassen kommentierte die Situation um Witzig mit den Worten: «Solange das Transferfenster offen ist, kann immer etwas passieren.»
Maassen lobte trotz des Ausscheidens die Leistung seiner Mannschaft. Er sprach von einem «fantastischen Auftritt» und betonte, dass das Team gegen eine ballsichere und individuell starke Mannschaft ein tolles Spiel gezeigt habe. Er könne der Mannschaft nichts vorwerfen. Mit Blick auf das nächste Spiel gegen Thun am Sonntag merkte Maassen an, dass nicht viel Zeit bleibe, um das Ausscheiden zu verarbeiten.

Weitere Schweizer Teams im Europacup
Auch andere Schweizer Teams waren im Europacup im Einsatz. Der FC Sion scheiterte in der Conference League trotz eines Hattricks von Winsley Boteli im Rückspiel mit 3:5 gegen Ajax Amsterdam, nachdem das Hinspiel bereits mit 2:4 verloren ging. Thun spielte im Rückspiel der Europa League-Playoffs 2:2 gegen Lech Poznan, nachdem das Hinspiel mit 0:7 endete. Der FC Lugano spielte 1:1 gegen Maccabi Tel Aviv.
Source: blick.ch