Birmingham: Gold und Weltrekorde im Gehen bei Leichtathletik-EM

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham wurden im Gehen über verschiedene Distanzen Goldmedaillen vergeben, wobei zwei neue Weltrekorde aufgestellt wurden. Die Wettbewerbe im Gehen fanden erstmals über die Halbmarathon- und Marathondistanz statt. Alle vier Bewerbe wurden zeitgleich auf einem hügeligen Rundkurs in der Innenstadt ausgetragen.
Spanische Erfolge im Halbmarathon-Gehen
Die Spanierin Maria Perez sicherte sich die Goldmedaille im Halbmarathon-Gehen der Frauen über 21,1 Kilometer. Sie stellte dabei einen neuen Weltrekord mit einer Zeit von 1:30:06 Stunden auf. Perez dominierte das Rennen von Beginn an und übernahm bei Kilometer 8 die Führung, die sie bis ins Ziel nicht mehr abgab. Sie unterbot die vom Weltverband für den Premiererekord geforderte Richtzeit von 1:30:30 um 24 Sekunden. Dies ist ihre zweite EM-Goldmedaille nach 2018. Alexandrina Mihai aus Italien gewann Silber mit einer Zeit von 1:31:04, während die Ukrainerin Ljudmilla Oljanowska Bronze in 1:31:07 holte.
Bei den Männern triumphierte Paul McGrath, ebenfalls aus Spanien, im Halbmarathon-Gehen. Er erreichte das Ziel nach 1:23:23 Stunden und sicherte sich damit den Titel. Francesco Fortunato aus Italien belegte den zweiten Platz, 13 Sekunden hinter McGrath. Andra Cosi, ebenfalls aus Italien, komplettierte das Podium.
Für Theresia Mohr aus Österreich, die als erste österreichische Geherin an einer Leichtathletik-EM teilnahm, endete der Halbmarathon auf Rang 22 mit einer Zeit von 1:40:59 Stunden. Die 20-Jährige hatte während des Rennens mit Seitenstechen zu kämpfen und war ab Kilometer 2 alleine unterwegs. Trotz der Schwierigkeiten kämpfte sie sich durch, um das Rennen zu beenden.
Italienische Dominanz im Marathon-Gehen
Im Marathon-Gehen der Frauen über 42,2 Kilometer setzte sich die Italienerin Sofia Fiorini durch und gewann Gold. Sie stellte ebenfalls einen neuen Weltrekord auf, indem sie die Distanz in 3:15:11 Stunden absolvierte. Fiorini war in der zweiten Rennhälfte besonders dominant und überrundete fast alle ihre Konkurrentinnen. Sie hatte einen Vorsprung von über viereinhalb Minuten auf die Silbermedaillengewinnerin Katarzyna Zdzieblo aus Polen, die eine Zeit von 3:19:50 erreichte. Raquel Gonzalez aus Spanien sicherte sich Bronze mit 3:20:49. Fiorini unterbot die vom Weltverband geforderte Weltrekord-Richtzeit von 3:17:00 deutlich und war fast zehn Minuten schneller als die bisherige Bestzeit in dieser neuen Disziplin.
Bei den Männern im Marathon-Gehen komplettierte Massimo Stano aus Italien seine Goldmedaillensammlung. Der Olympiasieger von 2020 und Weltmeister von 2022 gewann in einer Europarekordzeit von 2:56:49 Stunden. Er rettete einen Vorsprung von acht Sekunden vor dem Spanier Miguel Ángel Lopez, der in 2:56:57 ins Ziel kam. Der Franzose Aurélien Quinion belegte den dritten Platz mit einer Zeit von 2:59:29 Stunden.
Schweizer Staffel-Ambitionen und Rückschläge
Abseits der Gehwettbewerbe zeigte die Schweizer 4×100-Meter-Staffel der Frauen vielversprechende Leistungen. Das Quartett um Géraldine Di Tizio-Frey, Ajla Del Ponte, Léonie Pointet und Salomé Kora qualifizierte sich souverän für den Final am Abend mit der drittschnellsten Zeit aller Teams. Im Gegensatz dazu verpasste die Männer-Staffel den Einzug ins Rennen um die Medaillen um einen Hundertstel.
Für Annik Kälin, eine 26-jährige Schweizerin, erlitten die Medaillenträume im Siebenkampf einen Rückschlag. Nach einer Führung im Weitsprung fiel sie nach dem Speerwurf auf den vierten Zwischenrang zurück. Trotz eines starken Weitsprungs von 6,81 Meter am Samstag, konnte sie im Speerwurf nicht die nötige Verbesserung erzielen, um ihre Medaillenchancen aufrechtzuerhalten. Vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf hatte Kälin einen Rückstand von 34 Punkten auf die Podestplätze. Auch im 1500-Meter-Lauf gab es Enttäuschungen für die Schweizerinnen, da Lilly Nägeli, Joceline Wind und Delia Sclabas alle bereits in den Vorläufen ausschieden. Sclabas steigerte sich zwar in ihrem Vorlauf, ihre Aufholjagd kam jedoch zu spät, obwohl ihre Zeit in einem anderen Vorlauf für die Finalqualifikation gereicht hätte.

Source: srf.ch