Birmingham: Kälin startet stark im Siebenkampf, Hügli bricht Schweizer Rekord

Die Schweizer Siebenkämpferin Annik Kälin hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham einen vielversprechenden Start hingelegt. Nach den ersten beiden Disziplinen belegt sie den vierten Zwischenrang. Besonders hervorzuheben ist ihre Leistung im Hürdensprint, wo sie eine persönliche Bestzeit aufstellte.
Im 100-Meter-Hürdenlauf zeigte Kälin eine beeindruckende Leistung. Sie absolvierte die Strecke in 12,59 Sekunden und erzielte damit die schnellste Zeit unter allen 24 Konkurrentinnen. Diese Zeit war sogar schneller als die 12,67 Sekunden, mit denen Nadine Visser (NED) am Dienstag die Goldmedaille in der Spezialdisziplin 100 Meter Hürden gewann.
Kälin auf Zwischenrang 4 nach Hochsprung
Nach dem starken Auftakt im Hürdensprint folgte für Kälin im Hochsprung ein kleiner Dämpfer. Obwohl sie bis zu einer Höhe von 1,74 Metern fehlerfrei blieb, scheiterte sie dreimal an dieser Marke. Letztendlich musste sich die 26-jährige Athletin mit einer Höhe von 1,71 Metern zufriedengeben. Dies lag vier Zentimeter unter ihrer Saisonbestleistung in dieser Disziplin.
Mit einem Gesamtergebnis von 2054 Punkten liegt Kälin nach zwei von sieben Disziplinen auf dem vierten Platz. Sie hat einen Rückstand von 81 Punkten auf die führende Polin Adrianna Sulek-Schubert, die 2135 Punkte aufweist. Auf den weiteren Medaillenrängen liegen die Irin Kate O’Connor mit 2134 Punkten und die Deutsche Sophie Weissenberg mit 2074 Punkten.
Das Abendprogramm am Freitag umfasst die nächsten beiden Disziplinen für die Siebenkämpferinnen: das Kugelstossen und den 200-Meter-Lauf. Die Entscheidung über die Medaillen fällt am Samstag.
Weitere Schweizer Erfolge und Enttäuschungen
Neben Kälins Leistung gab es weitere bemerkenswerte Ergebnisse aus Schweizer Sicht. Speerwerferin Leonie Hügli überzeugte ebenfalls bei der EM in Birmingham. Die Bernerin qualifizierte sich mit einem neuen Schweizer Rekord für den finalen Wettkampf. Im dritten und letzten Versuch der Qualifikation warf Hügli den Speer auf 62,33 Meter. Damit übertraf sie ihren bisherigen nationalen Bestwert um weitere 15 Zentimeter.
Hügli hat ihre Leistung in den letzten Monaten kontinuierlich gesteigert. Mitte Mai übertraf sie mit 61,94 Metern als erste Schweizerin die 60-Meter-Marke und erfüllte damit die Selektionskriterien für die EM. Mitte Juli gelang ihr beim Meeting Spitzenleichtathletik Luzern ein Wurf auf 62,18 Meter, der bis Freitag als Rekord galt. Eine zweite Schweizerin, Sabrina Boss, war ebenfalls in der zweiten Abteilung der Speerwurf-Qualifikation im Einsatz. Boss hatte Hügli vor vier Wochen bei den Schweizer Meisterschaften in Zürich überraschend bezwungen und Gold gewonnen.

Für den Schweizer Stabhochspringer Justin Fournier sind die Europameisterschaften beendet. Er scheiterte in der Qualifikation an der 5,60-Meter-Marke, nachdem er zuvor 5,45 Meter im dritten Versuch übersprungen hatte. Fournier belegte den 18. Rang.
Die Schweizer 4×400-Meter-Staffel der Männer schaffte den Einzug ins Finale. Das Quartett um Dany Brand, Ricky Petrucciani, Haydn Brotschi und Lionel Spitz profitierte von der nachträglichen Disqualifikation Frankreichs und rückte in der Gesamtrangliste auf Platz 7 vor. Ursprünglich schienen zwei Hundertstel den Ausschlag zugunsten der Schweizer gegenüber Polen im Kampf um den achten Startplatz zu geben. Das Frauen-Quartett mit Mélanie Roland, Lena Wernli, Annina Fahr und Yasmin Giger verpasste den Finaleinzug deutlich und belegte Platz 12. Für den achten Rang fehlten den vier Schweizerinnen gut drei Sekunden.

Die Medaillenentscheidung im Siebenkampf wird am Samstag erwartet, während die Schweizer Männer-Staffel im 4×400-Meter-Finale antreten wird.
Source: srf.ch