Thun erreicht Europa-League-Playoffs trotz Niederlage gegen Vikingur Reykjavik

Thun zieht mit Müh und Not in die Europa-League-Playoffs ein

Der FC Thun hat sich trotz einer 2:3-Niederlage im Rückspiel gegen Vikingur Reykjavik für die UEFA Europa League Playoffs qualifiziert. Das Team aus dem Berner Oberland setzte sich dank eines 3:0-Sieges im Hinspiel mit einem Gesamtergebnis von 5:3 durch. Damit ist sichergestellt, dass die Thuner mindestens in der Ligaphase der Conference League antreten werden, was Einnahmen von mindestens 3,17 Millionen Franken garantiert.

Obwohl das Weiterkommen gesichert ist, offenbarte die Leistung in Island einige Schwächen. Der Auftritt des Teams von Trainer Gian-Luca Privitelli war nicht überzeugend. Ähnliche Probleme zeigten sich bereits in der Super League, wo die Thuner in den letzten beiden Spielen zehn Gegentore kassierten. Im Europacup hingegen konnte das Team bislang starke Leistungen abrufen, was den Fokus auf diesen Wettbewerb unterstreicht.

Herausforderungen im Spiel und Kaderplanung

Im Rückspiel gegen Vikingur Reykjavik gelang es den Thunern nicht, den Druck auf den ballführenden Spieler aufrechtzuerhalten, was zu Problemen in den Zweikämpfen führte. Zweimal ging Thun in Führung, doch zweimal kassierten sie nur wenige Minuten später den Ausgleich. Bei den Gegentoren, einschliesslich des dritten Treffers von Vikingur, zeigte sich die Abwehr anfällig.

In der Schlussphase des Spiels offenbarte sich ein weiteres Problem: Die Berner Oberländer, die normalerweise für ihren Pressingfussball bekannt sind, liessen sich hinten reindrücken und schlugen den Ball nur noch weit weg. Die Umschaltmomente, die sonst gut funktionieren, kamen nicht zum Tragen, da die Thuner zu wenig aufrückten und den Gegner nicht ausreichend unter Druck setzten. Torhüter Niklas Steffen und das Unvermögen der Isländer verhinderten, dass die Partie zu einem noch grösseren Krimi wurde.

Schlagen die Thuner gleich drei Fliegen mit einer Klappe?
Schlagen die Thuner gleich drei Fliegen mit einer Klappe? Credit: blick.ch

Nach dem Spiel steht für Neo-Sportchef Simone Rapp viel Arbeit an. Die Partien haben gezeigt, dass der FC Thun einen deutlich breiteren Kader benötigt, um die Doppel- oder Dreifachbelastung durch Liga, Europacup und Schweizer Cup zu bewältigen. Ohne entsprechende Verstärkungen könnten die Thuner sowohl in der Liga als auch in Europa erhebliche Schwierigkeiten bekommen.

Ein Lichtblick bleibt die Leistung von Standard-Trainer Nelson Ferreira, dessen Arbeit als tadellos beschrieben wird. Das 1:0 entstand nach einem Einwurf, und das 2:1 nach einem Eckball. Die zusätzlichen Einnahmen aus dem Europacup bieten dem Schweizer Meister nun eine grössere Planungssicherheit.

Die nächsten Schritte im Europacup und Liga

Die Thuner haben sich somit mindestens für die Ligaphase der Conference League qualifiziert, haben aber weiterhin die Möglichkeit, sich über die Playoffs einen Platz in der Europa League zu sichern. Der Gegner für die Playoffs wird erst am Freitagabend ermittelt, im Duell zwischen KI Klaksvik von den Färöer-Inseln und Lech Posen aus Polen. Das Hinspiel gewann Lech Posen mit 1:0.

Die Hinspiele der Playoffs sind für den 20. August angesetzt, die Rückspiele eine Woche später. Während der FC Thun noch auf seinen Playoff-Gegner wartet, stehen andere Schweizer Teams ebenfalls vor wichtigen Europacup-Aufgaben. Der FC Sion trifft auf Ajax Amsterdam, eine Herausforderung, bei der der Kaderwert der Amsterdamer um das Achtfache höher ist als der der Walliser.

Das sind die Europacup-Gegner der Super-League-Teams
Das sind die Europacup-Gegner der Super-League-Teams Credit: blick.ch

Der FC St. Gallen bekommt es mit Nordsjaelland zu tun, einem Gegner, der auf Augenhöhe eingeschätzt wird, da die Marktwerte beider Kader ähnlich sind. Der FC Lugano trifft auf Maccabi Tel Aviv, wobei Lugano einen leicht höheren Kaderwert aufweist. Die Tessiner sind in der noch jungen Saison bisher makellos geblieben.

Für den FC Thun geht es bereits am Sonntag im Schweizer Cup weiter, wo sie auswärts auf Saxon-Sports aus der 2. Liga treffen werden. Das Spiel ist für 16 Uhr angesetzt.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.