Lausanne: YB gibt nach Roter Karte Führung aus der Hand

YB verspielt Vorsprung in Lausanne
Die Young Boys haben in Lausanne ein 2:2-Unentschieden erreicht, nachdem sie lange Zeit mit 2:0 geführt hatten. Das Spiel war von einem Platzverweis gegen Edimilson Fernandes und einer späten Aufholjagd der Heimmannschaft geprägt. Nach zwei Siegen zum Saisonstart gaben die Berner damit erstmals Punkte ab.
Die erste Halbzeit im Stade de la Tuilière gestaltete sich für die Young Boys schwierig. Trainer Gerardo Seoane äusserte sich nach dem Spiel zu den anfänglichen Problemen seines Teams, das viele Ballverluste und technische Fehler aufwies. Trotz der Schwierigkeiten in der ersten halben Stunde konnte Lausanne seine Chancen nicht nutzen, darunter ein Schuss von Omar Janneh, der kurz vor der Pause das Aussennetz traf.
Nach der Pause zeigten sich die Young Boys verändert. Innerhalb kurzer Zeit scheiterte Samuel Essende zunächst am gegnerischen Torwart, bevor Cédric Zesiger die Führung für die Gäste erzielte. Der Kapitän wuchtete einen Kopfball nach einem Eckball von Alvyns Sanches ins Tor. Das Spiel entwickelte sich zu einer unterhaltsamen zweiten Halbzeit.
Fernandes’ Platzverweis und Lausannes Aufholjagd
Eine Viertelstunde vor Spielende erhöhte Dominik Pech nach einem Konter auf 2:0, was die Partie entschieden schien. Doch kurz darauf verkürzte Florent Mollet für Lausanne. Die Situation für die Young Boys wurde zusätzlich erschwert, als Edimilson Fernandes eine Rote Karte erhielt und das Team ab der 58. Minute in Unterzahl agieren musste.
Trotz der Unterzahl zeigten die Berner zunächst Moral und blieben das gefährlichere Team. Lausanne, das in den vorherigen Spielen gegen GC und Basel vier Punkte geholt und nur ein Gegentor kassiert hatte, spielte geduldig. Die Heimmannschaft nutzte die Überzahl und den Schwung des Anschlusstreffers, um Druck aufzubauen. Nathan Butler-Oyedeji erzielte kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit den Ausgleich zum 2:2 mit einem Schuss vom Strafraumeck.
Der Ausgleichstreffer von Butler-Oyedeji wurde als früher Anwärter für das Tor des Jahres bezeichnet. Nach dem Ausgleich hatte Lausanne sogar die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Omar Janneh kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch YB-Goalie Marvin Keller zeigte eine bemerkenswerte Reaktion.
Kellers „Nasen-Parade“ sichert Punkt
In der 91. Minute rettete Marvin Keller den Young Boys mit einer spektakulären Parade einen Punkt. Er lenkte den Ball nach einem Schuss von Omar Janneh mit der Nase ab, was zu einer Blutung führte. Nach dem Spiel bestätigte Keller, dass seine Nase nicht gebrochen sei. Er betonte die Wichtigkeit dieser Parade, da es ärgerlich gewesen wäre, ohne Punkte nach Hause zu fahren.

Keller, der von der WM ohne Einsatz für die Schweiz zurückgekehrt war, zeigte in Lausanne eine starke Leistung und gewann bereits kurz vor der Stundenmarke ein Eins-gegen-Eins-Duell gegen Janneh. Trainer Gerardo Seoane äusserte sich nach dem Spiel mit gemischten Gefühlen. Er war frustriert über das Unentschieden, aber gleichzeitig dankbar, dass sein Team am Ende nicht noch verloren hatte.
Die Leistung von Isaac Schmidt und die Debatte um seine Rolle als Rechtsverteidiger im Duell mit Lewin Blum wurden ebenfalls thematisiert. Lewin Blum, der in der 68. Minute ausgewechselt wurde, erhielt von den mitgereisten Fans viel Zuneigung. Die Frage nach seiner Zukunft bei YB bleibt ein Thema.
Die Young Boys hatten in den vorherigen Ligaspielen gegen Sion und Thun zehn Tore erzielt, was einen starken Saisonstart darstellte. Stürmer Samuel Essende zeigte sich ebenfalls in Form, mit acht Toren in den letzten vier Ligaspielen. Trotz dieser offensiven Stärke und der zwischenzeitlichen Führung mussten sich die Berner am Ende mit einem Punkt zufriedengeben.
Das Spiel endete mit einem Freistoss für YB, der jedoch nicht zum Sieg führte.
Source: bernerzeitung.ch