St. Gallen empfängt Luzern: Portmanns Team sucht den ersten Sieg

St. Gallen empfängt Luzern - Das «Nicht-Derby» im Zeichen des «Owusu-Symptoms»

Am Sonntag trifft der FC St. Gallen im Sitterstadion auf den FC Luzern. Die Begegnung, die oft eine Derby-ähnliche Atmosphäre aufweist, findet im Rahmen der dritten Super-League-Runde statt. Anpfiff ist um 16:30 Uhr.

Die beiden Teams gehen mit unterschiedlichen Ausgangslagen in die Partie. Der FC Luzern hat nach zwei Spieltagen noch keine Punkte gesammelt und weist ein Torverhältnis von 1:6 auf. Auf der anderen Seite steht der FC St. Gallen, der nach zwei Runden das Punktemaximum erreicht hat. Die Ostschweizer konnten in beiden Spielen einen Rückstand aufholen und die Partien drehen, was in der Geschichte der Super League in den ersten beiden Runden noch nicht vorgekommen ist.

Ein Faktor, der die aktuelle Situation der Teams widerspiegelt, ist die Torhüterposition. Beim FC St. Gallen konnte der Ausfall von Stammgoalie Lawrence Ati Zigi aufgrund einer Verletzung kompensiert werden. Hingegen hat der neue Luzerner Torhüter Simon Simoni bereits mehrfach gepatzt. Trotz der Kritik und Diskussionen um einen möglichen Torhüterwechsel hat Trainer Udo Portmann seine Nummer 1, Simon Simoni, klar verteidigt und betont, dass es intern keine Zweifel an ihm gebe.

Ein weiteres Thema ist das Fehlen von Tyron Owusu beim FC Luzern, der gesperrt ist. Er hatte in der Partie gegen Sion bereits in der 3. Minute die Rote Karte gesehen. Sein Namensvetter, Enoch Owusu vom FC St. Gallen, glänzte hingegen in der letzten Runde als Doppeltorschütze. Die beiden Spieler sind nicht miteinander verwandt, haben aber ghanaische Wurzeln.

Trainer Udo Portmann, der 49 Jahre alt ist, wartet beim FC Luzern noch auf seinen ersten Pflichtspielerfolg. Er hat seinen Start als Profi-Trainer sicherlich anders vorgestellt, verspürt aber keine grossen Sorgen. Er fühlt sich im und um den Verein wertgeschätzt und möchte dies mit Punkten zurückzahlen. Das Mittelfeld des FC Luzern, zu dem technisch versierte Spieler wie Matteo Di Giusto und der von Thun gekommene Leonardo Bertone gehören, konnte sich bisher noch nicht entscheidend in Szene setzen.

Die angeschlagene Defensive des FC St. Gallen könnte den Gästen eine Chance bieten. Zuletzt musste sogar Mittelfeldspieler Lukas Daschner in die Innenverteidigung rücken. Zudem könnten die strapaziösen Europa-Reisen der St. Galler eine Rolle spielen. Der letzte Heimsieg des FC St. Gallen gegen Luzern liegt bereits drei Jahre zurück, was noch vor der Ära von Trainer Enrico Maassen war.

Der erfolgreiche Saisonstart des FC St. Gallen, der neben einer Niederlage gegen Benfica vier Pflichtspielsiege verbuchen konnte, wird auf das gute Händchen von Trainer Enrico Maassen zurückgeführt. In der ersten Super-League-Runde erzielte Joker Andrin Hunziker den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Zürich. Im Derby gegen Vaduz sicherte sich der FCSG drei Punkte, wobei der eingewechselte Owusu einen Doppelpack erzielte. In der Qualifikation zur Conference League öffneten die «Espen» mit einem 3:1-Hinspielsieg bei Sheriff Tiraspol die Tür zur letzten Runde, wobei alle drei Tore von Einwechselspielern erzielt wurden.

Für die Partie gegen St. Gallen fehlen dem FC Luzern neben Tyron Owusu auch Bung-Meng Freimann, beide aufgrund einer Roten Karte. Ciganiks ist zudem fraglich. Die Innenverteidigung des FC Luzern wird voraussichtlich weiterhin aus Stefan Knezevic und Loic Lüthi bestehen. Der Ausfall von Owusu könnte eine Umstellung im Mittelfeld zur Folge haben, wobei Pius Dorn neben Leonardo Bertone ins Zentrum rücken könnte und Bung-Hua Freimann auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz käme. Trainer Portmann hat verschiedene Varianten ausprobiert und möchte Enrico Maassen bis Sonntag im Ungewissen lassen.

Die «Leuchten» werden versuchen, ihren Matchplan durchzuziehen, um die ersten Punkte der Saison zu holen. Portmann ist zuversichtlich, dass sein Team punkten wird, wenn es dem Matchplan treu bleibt. Die Partie verspricht ein spannendes Duell zwischen zwei Teams mit unterschiedlichen Saisonstarts.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.