Genf: Servette trifft auf die Grasshoppers im Stade de Genève

GC kommt Servette gerade recht

Am Samstagabend kommt es im Stade de Genève zum Aufeinandertreffen zwischen dem Servette FC und den Grasshoppers Zürich. Beide Mannschaften sind nicht optimal in die aktuelle Saison gestartet. Die «Grenats» stehen nach zwei Spieltagen noch ohne Punkte da, während die «Hoppers» dank eines Unentschiedens einen Zähler verbuchen konnten.

Für Servette könnte das Spiel gegen GC zur rechten Zeit kommen. In der Super-League-Ära seit 2003 haben die Genfer gegen die Zürcher eine positive Bilanz. Von 32 Partien konnten sie 21 Mal als Sieger vom Platz gehen und verloren nur sechs Spiele. Besonders bemerkenswert ist, dass Servette keines der letzten 14 direkten Duelle gegen GC verloren hat und zuletzt sogar dreimal zu Null gewann.

Ein Spieler, der sich auf die Begegnung freuen dürfte, ist Miroslav Stevanovic. Der bosnische Mittelfeldspieler, der in dieser Saison noch nicht zu seiner Bestform gefunden hat, zeigte in der Vergangenheit gegen die Grasshoppers oft starke Leistungen. Er konnte bereits sieben Tore gegen die Zürcher erzielen. Beim letzten Heimspiel gegen GC am 21. März 2026 traf Stevanovic doppelt zu einem 5:0-Sieg, bei dem Servette nach 18 Minuten bereits mit 4:0 führte, was einen Super-League-Rekord darstellt.

Druck und Ausfälle bei Servette

Der Saisonstart verlief für Servette mit zwei Niederlagen gegen Basel und den FCZ enttäuschend, was den Druck vor dem Heimspiel gegen GC erhöht. Trainer Jocelyn Gourvennec äusserte sich zu der Situation und betonte die Notwendigkeit, Punkte zu sammeln. Er erklärte, dass man die Konsequenzen eines Spiels eher ausblende, wenn es ansteht, sei sich aber bewusst, dass sein Team Zähler benötigt. Eine erneute schwache Leistung könnte die Zeit bis zum nächsten Ligaspiel lang erscheinen lassen und möglicherweise neue Überlegungen bei der Vereinsführung anstossen.

Die Personalsituation bei Servette bleibt angespannt. Der Verein muss weiterhin auf Junior Kadile und Thomas Lopes verzichten, deren Rückkehr nach Verletzungen länger dauert als erwartet. Auch Jérémy Frick und Yoan Severin fallen verletzt aus. Dies könnte sich auf die Offensive von Servette auswirken und die Sieglosserie möglicherweise auf drei Spiele ausdehnen.

Trotz der schwierigen Phase wurde Miroslav Stevanovic am vergangenen Samstag im Letzigrund für sein 350. Spiel für Servette geehrt. Der 36-jährige Bosnier, der als Stammspieler auf verschiedenen Positionen eingesetzt wird, könnte eines Tages die Marke von 400 Spielen für den SFC erreichen. Seine Ehrung vor dem Spiel gegen die Grasshoppers im Stade de Genève ist geplant.

Altersunterschied und GCZ-Vorbereitung

Das Duell zwischen Servette und GC stellt auch ein Aufeinandertreffen von Erfahrung und Jugend dar. Die Startelf von Servette hatte in dieser Saison bisher ein Durchschnittsalter von fast 29 Jahren, womit sie den ersten Rang in der Liga belegt. Die Startelf der Grasshoppers hingegen ist mit etwas über 24 Jahren deutlich jünger und liegt auf dem zwölften Rang der Liga.

Dennoch bringen die Grasshoppers eine gewisse Routine mit nach Genf. Amir Abrashi ist mit 36 Jahren und vier Monaten der drittälteste Startelf-Spieler der gesamten Liga. Die Zürcher haben nach dem Saisonauftakt einen Punkt aus zwei Spielen geholt. Nach einer Pausenführung gegen Lugano im letzten Spiel konnten sie in der zweiten Halbzeit nicht mehr an die Leistung anknüpfen und gaben das Spiel aus der Hand.

ECKDATEN: Servette FC vs. GC Zürich
ECKDATEN: Servette FC vs. GC Zürich Credit: gcz.ch

Die Analyse dieser Leistung war ein zentrales Thema in der Trainingswoche vor dem Spiel in Genf. Nico Rissi von GC erklärte, dass man analysiert habe, was falsch lief, aber auch, was gut funktionierte und mitgenommen werden muss. Er betonte die Wichtigkeit, das gute Gefühl nach dem Spiel in Lausanne zu konservieren, wo die Grasshoppers nach einem Rückstand noch einen Punkt sichern konnten. Simone Stroscio fügte hinzu, dass man in Genf genauso mutig auftreten wolle wie in Lausanne, um Chancen auf Punkte zu haben.

Die GCZ-Verteidigung wird gefordert sein, da Servette als spielstarke Mannschaft mit schnellen Spielern gilt, so Nico Rissi. Trotzdem sehen die Zürcher ein Erfolgserlebnis als durchaus möglich an, wenn sie ähnlich engagierte Leistungen wie in der zweiten Halbzeit in Lausanne oder im ersten Durchgang gegen Lugano zeigen können. Bei den Grasshoppers fehlt Lee aufgrund einer Sperre, und Decarli ist verletzt.

Die Partie wird von Schiedsrichter Hüseyin Sanli geleitet und beginnt am Samstag um 20:30 Uhr.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.