Uefa bestätigt Zahlung an ehemalige Mitarbeiterin von Gianni Infantino

Uefa bestätigt Zahlung an ehemalige Mitarbeiterin
Der Druck auf Fifa-Präsident Gianni Infantino nimmt zu, nachdem die Uefa eine Zahlung an eine ehemalige Mitarbeiterin im Jahr 2011 bestätigt hat. Diese Entwicklung könnte den Schweizer weiter in Schwierigkeiten bringen. Berichten zufolge erhielt die Frau eine sechsstellige Summe und ein MBA-Studium, als sie den Verband verliess.
Die Frau war zuvor bei der Uefa schnell aufgestiegen. Infantino soll sie befördert und ihr eine Lohnerhöhung von 30 Prozent gewährt haben. Ihr Jahresgehalt betrug danach 160’000 Franken.
Die Uefa räumte am Freitagabend ein, dass eine Zahlung erfolgt sei. Der Verband erklärte, seine Vorschriften seitdem «verschärft» zu haben, um «denen einer modernen, hochkarätigen Organisation gerecht zu werden».
Vorwürfe und Dementi
Infantino war seit 2000 in verschiedenen Positionen bei der Uefa tätig und wurde 2009 Generalsekretär. Im Jahr 2016 verliess er den europäischen Verband, um Fifa-Präsident zu werden.
Ein Fifa-Sprecher wies die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnete sie als «kategorisch unwahr». Jede Andeutung von unangemessenem Verhalten oder Verstössen gegen Statuten oder Vorschriften sei demnach diffamierend. Der Sprecher betonte, dass kein Mitarbeiter der Uefa oder der Fifa jemals eine Beschwerde bezüglich Infantinos Verhalten vorgebracht habe, «da es nie einen Vorfall gab, an dem er beteiligt war».
Laut einem Bericht soll Michel Platini, der damalige Uefa-Präsident, Infantino ein Ultimatum gestellt haben: «Sie oder du?» Infantino soll sich dem Bericht zufolge für die Frau entschieden haben. Kurz darauf verliess sie die Uefa und erhielt eine Abfindung.
Die genaue Höhe der Abfindung ist nicht bekannt, aber ehemalige Uefa-Mitarbeiter sprechen von mindestens einer sechsstelligen Summe. Zusätzlich soll die Uefa der Frau ein MBA-Studium an einer Business School finanziert haben, dessen jährliche Gebühren rund 45’000 britische Pfund betragen haben sollen.
Ein Uefa-Sprecher bestätigte, dass die Frau eine Abgangsentschädigung sowie Studiengebühren erhalten habe. Die Zahlungen seien nach den damals geltenden Regeln erfolgt. Seit 2016 habe die Uefa ihre Vorschriften verschärft.
Infantino ist seit 2001 mit Leena Al Ashqar verheiratet und das Paar hat vier Kinder. Der Fifa-Präsident steht wegen seiner Führung des Weltfussballs und seiner Pläne zur Vermarktung der WM zunehmend unter Druck. Auch innerhalb der Uefa werden Forderungen nach seinem Rücktritt laut.

Interne Unruhe und Untersuchung
Die hohen Abfindungen, das bezahlte Studium und der auffällige Karrieresprung der ehemaligen Mitarbeiterin von Gianni Infantino sorgen in der Uefa-Zentrale für erhebliche Unruhe. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie diese Zahlungen zustande kamen, wer sie absegnete und ob das Verhältnis zwischen Infantino und der Mitarbeiterin eine Rolle spielte.
Die Uefa prüft derzeit diese verdächtigen Zahlungen an Infantinos Ex-Mitarbeiterin. Diese internen Untersuchungen sollen klären, ob alle Vorschriften eingehalten wurden und ob es zu Unregelmässigkeiten kam. Die Bestätigung der Zahlung durch die Uefa selbst unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit.
Die Frau soll während Infantinos Zeit als Uefa-Generalsekretär tätig gewesen sein und von ihm persönlich befördert worden sein. Ihr Gehalt soll dadurch um rund 30 Prozent auf etwa 160’000 Franken gestiegen sein. Der schnelle Aufstieg soll bei Uefa-Mitarbeitern für Fragen gesorgt haben.
Die Fifa weist die Vorwürfe weiterhin zurück und bezeichnet die Anschuldigungen als Verleumdung. Es habe weder bei der Uefa noch bei der Fifa jemals eine Beschwerde über ein unangemessenes Verhalten Infantinos gegeben. Die Uefa bestätigte jedoch eine Zahlung an die ehemalige Mitarbeiterin im Jahr 2011.
Die Uefa hat ihre Vorschriften seit 2016 verschärft, um den Standards einer modernen Organisation gerecht zu werden.

Die Uefa bestätigte am Freitagabend, dass eine Zahlung an die Mitarbeiterin erfolgt sei.
Source: blick.ch