Breel Embolo wechselt zu Atlanta United in die MLS

Embolos Wechsel zu Atlanta United
Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo wechselt zu Atlanta United in die Major League Soccer (MLS). Der 29-jährige Stürmer hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2029/30 unterschrieben und wurde in Atlanta vorgestellt. Dieser Transfer macht ihn zur zweitteuersten Neuverpflichtung in der Geschichte des 2014 gegründeten Franchise, mit einer Summe von 15,4 Millionen Euro.
Embolo äusserte sich in einem Interview, dass er bereits während der WM vom Interesse Atlantas erfahren habe. Er beschrieb den Wechsel als einen langen Prozess, bei dem er anfangs noch nicht ganz bereit gewesen sei. Nach dem ersten Kontakt habe er jedoch viel Zuneigung und den Wunsch gespürt, ihn zum Verein zu holen, was die Entscheidung nach seinen Ferien erleichtert habe. Ein wichtiger Grund für seine Zusage war auch seine Familie.
Offizielle Zahlen zu Embolos Gehalt bei Atlanta United sind nicht bekannt. Bei seinem vorherigen Verein Rennes verdiente der Angreifer rund fünf Millionen Euro pro Jahr, und sein Vertrag dort wäre noch drei weitere Jahre gültig gewesen. Es wird erwartet, dass sein neues Arbeitspapier in den USA ihm mindestens eine ähnliche Summe einbringen dürfte.

Visum und Spielberechtigung
Die Einreise Embolos in die USA scheint dieses Mal ohne Probleme verlaufen zu sein. Nachdem ihm vor der WM die Esta-Einreisegenehmigung entzogen wurde, musste der Stürmer ein Visum beantragen. Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein B-1-Visum für Geschäftsreisende handelte, das zehn Jahre gültig ist, wobei ein Aufenthalt jeweils nicht länger als 180 Tage dauern darf.
Für die Spielberechtigung benötigt Embolo, wie die meisten ausländischen MLS-Spieler, ein P-1A-Visum. Dieses Visum ist für international anerkannte Sportler vorgesehen, die langfristig in den USA tätig sind. Es kann nur vom US-amerikanischen Arbeitgeber beantragt werden. Als WM-Teilnehmer und Spieler aus einer europäischen Top-Liga erfüllt Embolo die erforderlichen Kriterien problemlos. Die zusätzliche Arbeitserlaubnis wird er durch seinen neuen Verein erhalten.
Eine frühere Verurteilung Embolos wegen mehrfacher Drohungen scheint die Erteilung des Visums nicht zu beeinflussen. Ähnlich wie beim Esta-Antrag ist die Art der Vorstrafe entscheidend. Da bei seiner Straftat keine erheblichen Sachschäden oder schwerwiegende Schäden an Personen oder Behörden entstanden sind, wird davon ausgegangen, dass er das Visum erhalten wird. Der Prozess dauert normalerweise vier bis sechs Wochen, kann aber bei MLS-Spielern auch schneller ablaufen.

Erwartungen und Karriereentwicklung
Atlanta United hat hohe Erwartungen an Breel Embolo. Der Verein liegt sieben Runden vor dem Ende der regulären Saison drei Punkte hinter einem Playoff-Platz. Die Mannschaft hat in dieser Saison die zweitschwächste Offensive der Liga. Embolo soll das Team in die Playoffs führen und die Torgefahr erhöhen.
Der Sportdirektor von Atlanta, Chris Henderson, hob Embolos «Kombination aus Talent und Erfahrung», seine WM-Auftritte, seine Physis und seine Jahre in europäischen Topligen hervor. Auch Trainer Tata Martino betonte Embolos «Strafraumpräsenz». MLS-Beobachter sehen Embolo als eine gute Ergänzung für die Liga.
Embolos Wechsel zu Atlanta United ist bereits der fünfte Transfer in seiner Karriere, bei dem eine zweistellige Millionensumme gezahlt wurde. Insgesamt hat er eine Transfererlöse von über 78 Millionen Euro generiert. Nur Granit Xhaka hat als Schweizer eine noch höhere Gesamtablösesumme erreicht, mit 83,5 Millionen Euro.
Der Wechsel in die USA hat vorerst keine Auswirkungen auf Embolos Karriere in der Nationalmannschaft. Er bleibt die klare Nummer eins im Sturm der Nati. Trainer Murat Yakin hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass die Liga, in der seine Angreifer spielen, für ihn nicht ausschlaggebend ist, wie die WM-Aufgebote von Cedric Itten belegen, der in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga spielte.
Breel Embolo ist der 28. Schweizer Spieler, der seit der Einführung der Major League Soccer im Jahr 1996 den Schritt über den Atlantik wagt. Viele Schweizer Spieler, wie Alain Sutter und Xherdan Shaqiri, haben bereits Erfahrungen in der MLS gesammelt.
Source: blick.ch