Bern: SCB strebt nach Verlusten und verpassten Playoffs eine Neuausrichtung an

Lüthi-Nachfolger Fuhrer: Der neue Boss verordnet SCB Demut - Blick

Der SC Bern hat bei seiner Jahresmedienkonferenz eine Neuausrichtung angekündigt, nachdem der Klub in der vergangenen Saison einen Verlust von rund 175’000 Franken verzeichnete und die Playoffs verpasste. An der Seite von VR-Präsident Carlo Bommes präsentierten sich Jürg Fuhrer als neuer CEO, Pascal Signer als Chief Hockey Officer und Matthias Röthlisberger als Kommunikationschef. Fuhrer, der Nachfolger von Marc Lüthi, betonte die Notwendigkeit von Demut und Taten anstelle von Worten.

Die vergangene Saison war für den SCB sowohl kommerziell als auch sportlich enttäuschend. Nach einem dritten Platz im Vorjahr fiel das Team auf Rang neun zurück und verpasste die Playoffs. Diese Rückschläge haben Spuren hinterlassen, was sich auch im Verkauf von Saisonabos zeigt; die Marke von 12’000 Abos, bei der der Verkauf früher gestoppt wurde, wird voraussichtlich nicht erreicht.

Neuausrichtung und sportliche Ziele

Trotz der Rückschläge strebt der SCB eine ambitionierte Zukunft an. Fuhrer erklärte, dass das Ziel sei, den Klub «in die Moderne» und «an die Spitze» zu führen, um wieder eine Vorzeige-Organisation zu werden. Für die kommende Saison ist das Erreichen der Playoffs das Mindestziel. Um dies zu erreichen, wurden im Team und in der Organisation Veränderungen vorgenommen.

Im Zuge der Umstrukturierung wurden die erfahrenen Spieler Ramon Untersander und Joel Vermin trotz laufender Verträge entlassen. Romain Loeffel wurde gegen den ehemaligen Lausanne-Goalie Connor Hughes getauscht, wodurch der SCB im Tor nicht mehr auf einen ausländischen Spieler angewiesen ist. Zudem wurde der Verteidiger Rodwin Dionicio von Biel verpflichtet.

Pascal Signer äusserte sich überzeugt, dass die Verpflichtung von Hughes dem Team eine andere Stabilität verleihen wird als in den letzten Jahren. Er betonte die Wichtigkeit, vom «Zickzackkurs» abzukommen und auch in schwierigen Zeiten Kontinuität zu bewahren. Signer, der zuvor vier Jahre als CEO bei Kloten und vier Jahre als COO beim SCB tätig war, sieht seine Aufgabe darin, die Rahmenbedingungen zu schaffen und die Organisation für gute Entscheidungen aufzustellen.

Verantwortlichkeiten und Transparenz

Die Rollenverteilung zwischen Signer und Sportdirektor Martin Plüss wurde ebenfalls thematisiert. Plüss ist für die Kaderplanung und Transfers in der National League verantwortlich, wobei ein enger Austausch und gegenseitiges Herausfordern angestrebt werden, um konsequente Umsetzungen zu gewährleisten. Signers Aufgabe ist es, den übergeordneten Rahmen vorzugeben und die verschiedenen Bereiche aufeinander abzustimmen.

Jürg Fuhrer, der seit etwas mehr als 100 Tagen im Amt ist, zieht eine erste Bilanz und fordert Transparenz sowie Haltung. Er strebt eine neue Vereins-DNA an, die auf einer verständlichen Struktur, transparenten Entscheidungen und klaren Verantwortlichkeiten basiert. Neben der ersten Mannschaft stehen auch die Nachwuchsförderung und die clubeigene Gastronomie im Fokus der Clubführung.

Der Veränderungsprozess ist nicht ohne Aufsehen verlaufen, wie Entlassungen und Freistellungen, darunter die von Justin Krueger, zeigen. Fuhrer begegnet der Kritik gelassen und betont, dass es wichtig sei, Lebensleistungen zu respektieren und den Blick nach vorne zu richten. Der Austausch mit seinem Vorgänger Marc Lüthi läuft harmonisch weiter. Fuhrer möchte ein Team sehen, auf das die Fans stolz sein können, nicht nur wegen der Resultate, sondern auch wegen der gezeigten Haltung.

Der neue CEO möchte die Fans wieder stolz machen und den SCB nach den Turbulenzen in ruhigeres und erfolgreicheres Fahrwasser führen.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.