Vaduz startet mit schlechter Bilanz in die Saison

Erst zwei Teams starteten so schlecht wie Vaduz in die Saison - Blick

Der FC Vaduz hat einen schwierigen Start in die aktuelle Saison hingelegt. Trotz spielerisch starker Auftritte, wie zuletzt gegen YB im Wankdorf, konnte das Team keine Punkte sammeln. Diese Serie erinnert an die Saisonstarts von Yverdon im Jahr 2005 und des FC St. Gallen im Jahr 2007, die beide am Ende der Saison abstiegen.

Trainer Marc Schneider äusserte sich enttäuscht über die fehlenden Punkte, betonte jedoch die Überzeugung, dass seine Mannschaft guten Fussball spielt und in den bisherigen Partien mindestens einen Punkt hätte mitnehmen sollen. Diese Einschätzung wird durch die Leistungen auf dem Feld gestützt, auch wenn die Ergebnisse ausbleiben.

Trotz spielerischer Dominanz keine Punkte

Im Spiel gegen YB zeigte der FC Vaduz eine bemerkenswerte Leistung. Das Team hatte fast 60 Prozent Ballbesitz und kombinierte sich phasenweise gut über den Rasen des Wankdorfs. Das Schussverhältnis von 20:16 zugunsten der Berner deutet auf eine umkämpfte Partie hin, in der Vaduz trotz offensiver Bemühungen das Nachsehen hatte. YB-Trainer Gerardo Seoane zollte Vaduz Respekt und bezeichnete die Mannschaft als schwer zu bespielen.

Die Partie endete mit einem 4:2-Sieg für YB. Bereits in der 4. Minute erzielte Joël Monteiro die Führung für YB. Milos Cocic gelang in der 25. Minute der Ausgleich für Vaduz. In der 37. Minute brachte Kaly Sène die Berner erneut in Führung, bevor Cocic kurz vor der Pause zum 2:2 ausglich. In der zweiten Halbzeit trafen Alvyn Sanches in der 57. Minute und Armin Gigović in der 87. Minute für YB und sicherten den Sieg.

In der Halbzeitpause äusserte sich Nicolas Hasler von Vaduz positiv über die Leistung seines Teams. Er hob hervor, dass die Mannschaft gut im Spiel sei, den Ball laufen lasse und zu Chancen komme. Die beiden Gegentore bezeichnete er als unnötig, lobte aber den Fallrückzieher von Kaly Sène. Hasler betonte, dass Vaduz voll im Spiel sei und so weitermachen wolle.

Ausblick nach dem Europa-Out

Ein Faktor, der für Vaduz spricht, ist das Ausscheiden aus dem Europapokal gegen Inter Turku. Dadurch entfällt die Doppelbelastung, was dem Team ermöglichen könnte, sich voll auf die Liga zu konzentrieren. Zudem stehen nun Gegner an, die als eher in Reichweite der Liechtensteiner liegend gelten.

Das nächste Spiel für den FC Vaduz findet am kommenden Sonntag statt, wenn die Grasshoppers im Rheinpark zu Gast sind.

Die bisherigen Spiele zeigten, dass Vaduz trotz guter Ansätze Schwierigkeiten hat, die Leistungen in Punkte umzumünzen. Die Mannschaft hat bereits gegen Lugano, St. Gallen und Sion spielerisch überzeugt, stand aber am Ende jeweils ohne Punkte da.

Die Situation erinnert an die Dramatik von Henrik Ibsens «Hedda Gabler», wo die Titelfigur zum «in Schönheit sterben» auffordert. Für den FC Vaduz ist es eine wiederkehrende Erfahrung, spielerisch zu überzeugen, aber letztlich ohne Erfolg zu bleiben. Die Mannschaft muss Wege finden, ihre guten Leistungen in Zählbares umzuwandeln, um eine ähnliche Entwicklung wie Yverdon 2005 und St. Gallen 2007 zu vermeiden.

Der Trainer Marc Schneider und sein Team sind überzeugt, dass sie guten Fussball zeigen und in allen Spielen mindestens einen Punkt hätten mitnehmen sollen. Diese Überzeugung muss sich nun in den kommenden Partien widerspiegeln, beginnend mit dem Heimspiel gegen die Grasshoppers.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.